Zeitzeuge ruft zum Einsatz für die Demokratie auf

Zeitzeuge ruft zum Einsatz für die Demokratie auf

Albrecht Weinberg (95)  besuchte die Klassen H 9a/ H9b der Schule am Osterfehn

Die Schülerinnen und Schüler waren beeindruckt vom jüdischen Zeitzeugen Albrecht Weinberg

Am 10.03.2020 besuchte Albrecht Weinberg die Schule am Osterfehn.  Als der 95jährige den Klassenraum betrat, sangen ihm die Jugendlichen das Geburtstagslied „Viel Glück und viel Segen“. Gerührt vom Empfang, erkundigte Herr Albrecht sich zunächst nach seinem Publikum. Da er stark sehbehindert ist, stellten sich die Jugendlichen einzeln vor. Herr Weinberg erzählte den Schülerinnen und Schülern dann seine Lebensgeschichte:

seine ersten Lebensjahre in Westrhauderfehn, die abrupten Veränderungen nach 1933, der Umzug nach Leer, die Zwangsarbeit und schließlich sein Leidensweg in verschiedenen Konzentrationslagern und im Vernichtungslager Auschwitz. Er berichtete von seiner Befreiung und von seinem Leben in den USA. Die Jugendlichen hörten gebannt zu. Natürlich hatten sie durch den Geschichtsunterricht einen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus. Aber von einem Zeitzeugen zu hören, was ihm, seiner Familie und den europäischen Juden angetan wurde, ist tief beeindruckend.

Nach fast 90 Minuten „oral history“ beantwortete Herr Weinberg dann noch die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Zunächst zurückhaltend, wurden sie von Albrecht Weinberg ermutigt, ihre Fragen zu stellen. Zum Abschluss appellierte Herr Weinberg an die Jugendlichen. Man müsse sich mutig gegen die wachsende rechte Bewegung in Deutschland stellen. Der Aufstieg des Nationalsozialismus sei möglich geworden, weil sich zu wenige  für die Demokratie eingesetzt hätten.

In der Nachbesprechung zeigten sich die Jugendlichen beeindruckt von der Persönlichkeit des 95jährigen. Ein Schüler fasste es so zusammen: „Was er erlebt hat und überlebt hat ist ja schon heftig. Und trotzdem ist er so freundlich. Herr Weinberg ist eine coole Socke“. Höchstes Lob aus dem Mund eines 15jährigen.

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